Isas Reise

Viele Wege öffnen Augen
Allgemein Tiere

Wenn jemand geht – an eine kleine, perfekte Katze

„Die Katze, die man sich ins Leben holt, nimmt sofort dessen Mittelpunkt ein.“ Aba Assa

 

Liebe Rieke,

sehr, sehr früh, als du gerade wenige Wochen alt warst, kamst du in unser Leben. Niemand kannte dein genaues Geburtsdatum, aber du warst ein Frühlingskind, genau wie ich. Deine Mama wollte dich leider nicht. Aber wir wollten dich. Und da unser Katerchen bis dato allein bei uns lebte und bei nur einer Katze im Haus meistens noch ein passendes Gegenstück fehlt, durftest du bei uns einziehen. Anfangs gaben wir dir alle zwei Stunden dein Fläschchen. Am Tag wie in der Nacht.

Unser Kater „Miep Miep“ hat dich auf der Stelle und ohne Schwierigkeiten adoptiert und war von jetzt an dein „Onkel“. Obwohl er zu diesem Zeitpunkt gerade im Flegelalter war. Verstanden habt ihr euch immer gut, auch wenn es – meistens von dir – mal eins auf die Mütze gab. Denn du wurdest langsam aber sicher die Chefin bei uns, als du mit der Zeit heranwuchst. Auch wenn du nicht besonders groß warst.

Typisch für ein Flaschenkind warst du wahnsinnig kuschelig. Bei jeder Gelegenheit strecktest du uns dein Köpfchen entgegen und dann lief der zuverlässigste Motor der Welt. Wir sahen niemals eine Kralle oder hörten ein Fauchen von dir. Außer, als du mal in die Badewanne musstest, denn Wasser konntest du nicht ausstehen. 🙂

Andererseits steckte eine unstillbare Neugier in dir und du durftest nie etwas verpassen. Dein Lieblingsgeräusch war das Rascheln von Papier. Wir spürten förmlich deinen aufmerksamen Katzenblick im Nacken, jedes mal, wenn etwas zerknüllt wurde. Dann war auch dein Jagdtrieb geweckt. Du warst dabei aber nie unachtsam und sehr auf deine Umgebung bedacht.

Wir bedauern es im Nachhinein etwas, dass wir dir kein besseres Zuhause bieten konnten. Nicht, dass du es bei uns nicht gut hattest, aber du wärst, ganz im Gegensatz zu unserem Katerchen, draußen bestimmt noch glücklicher gewesen, obwohl du es nicht kanntest. Dafür möchten wir uns entschuldigen. Wir hätten uns gewünscht, dass du noch mit uns umziehst und einige glückliche Jahre mit Terrasse und Garten verbringst. Es hat leider nicht sollen sein.

Dein freches Wesen. Deine verschmuste Art, wenn du Vertrauen gefasst hattest. Dein Schnattern, wenn du mal wieder Redebedarf hattest. Dein lautes, endlos langes Schnurren, das manchmal nur unter einem Berg von Bettdecken zu hören war. Deine Pfötchen, an denen du extrem kitzelig warst. Du kleine perfekte Katze. Alles fehlt.

Wir mussten dich noch vor deinem elften Geburtstag gehen lassen, was unheimlich weh tut. Denn ich glaube, weder du noch wir wollten, dass du schon aufbrechen musst. Und auch nicht deine Plüschkuh „Pöbi“, die jetzt keine Massagen mehr von dir bekommt.

Ich hoffe, wir sehen uns mal wieder. Bis dahin gute Reise, meine Püppi!

In Liebe

„Mama“

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