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Geocaching

„Wir nutzen milliardenteure Militärtechnik, um Tupperdosen im Wald zu suchen!“

 

Viele Menschen haben den Begriff Geocaching mittlerweile wahrscheinlich einmal gehört. Die meisten dürften ihn wohl aber wieder vergessen haben. Für Einige jedoch ist dieses Hobby zu einem treuen Lebensbegleiter geworden. So auch für uns.

Geocaching – Was ist das?

Allgemein erklärt ist Geocaching so etwas wie eine moderne Schatzsuche oder Schnitzeljagd. Auf verschiedenen Online-Platformen findet man Koordinaten, an denen andere Cacher „Schätze“ ausgelegt haben. Diese geht man dann suchen. Also im real life. Draußen. Mit frischer Luft. Im Wald. Unter oder auf Bäumen. Oder aber mitten in der Stadt. Überall auf der Welt. Wie man will. 😉

Dazu benötigt man einen GPS-Empfänger oder eben ein Smartphone, welches die Standortortung integriert hat. Und feste Schuhe. Manchmal Gummistiefel. Und eine Zeckenzange. Ich erwähne es lieber vorher. 😉

Die benannten Schätze bestehen in der Regel aus Tupper- oder Filmdosen verschiedener Größen und Formen. Wenn man allerdings Glück hat, findet man auch „Dosen“, die damit gar nichts gemein haben. Es kann durchaus mal passieren, dass man mitten im Bayrischen Wald vor einem Briefkasten steht. Oder einer Telefonzelle. Okay, das ist übertrieben. Oder doch nicht?

Die Caches sind aber allesamt mehr oder weniger sicher und gut vor den Augen sogenannter „Muggel“ (Harry Potter lässt grüßen), also Nichtcachern, versteckt. Wenn man einen Cache sucht und von Muggeln umgeben ist, sollte man übrigens nicht die Hände im Rücken verschränken, gen Himmel schauen und pfeifen. Fällt auf. Wirklich.

Knapp 3 Millionen Geocaches existieren momentan weltweit – mindestens einer in fast jedem Staat der Erde. Ja, auch am Südpol.

In jedem Cache befindet sich ein Logbuch, in das man sich mit seinem Nicknamen eintragen kann und sollte. Dann versteckt man den Cache wieder an Ort und Stelle. Später „loggt“ man seinen Besuch am Cache dann online. Jeder besuchte Cache wird gezählt und gelistet. Vorausgesetzt natürlich, man ist entsprechend auf der Website registriert.

Ursprünglich war der Gedanke des Cachens, dass die Dosen Platz für Tauschgegenstände bieten und die Cacher diese gegen andere im gleichen oder einem höheren Wert eintauschen. Davon ist man aber mittlerweile größtenteils abgekommen.

Die Caches sind in verschiedene Schwierigkeitsgrade eingeteilt. Es kommen sowohl Anfänger, Fortgeschrittene als auch (Outdoor-)Profis auf ihre Kosten. Anfängern empfiehlt es sich, zunächst einen einfach gewerteten „Tradi“ (Traditional Cache) zu suchen. Zwei weitere populäre Cachetypen wären:

  • Multicaches, bei denen mehrere Stationen absolviert und kleine oder größere Aufgaben bewältigt werden müssen, um den Schatz zu finden
  • Mysterycaches, bei denen im Vorfeld ein Rätsel gelöst werden muss, um die Zielkoordinaten zu ermitteln

Bei Letzterem kann auch schon mal der ein oder andere Abend vor dem PC zu einer Tortur werden. Es gibt unheimlich fiese Mysteries, die den ambitionierten Dosensucher über Wochen beschäftigen und deren Lösung er trotzdem nie erfahren wird. Jeder Cacher kennt so einen Mystery. Ihr seid nicht zu blöd zum Cachen. Ehrlich.

Geocaching – Was es für uns bedeutet

Der größte Reiz am Cachen ist es für uns, findige, interessante und aufwändige Basteleien zu entdecken; Caches zu finden, die kreativ in die Landschaft integriert wurden. Und natürlich lernt man auf diese Art uns Weise immer wieder neue Orte vor der eigenen Haustür kennen, die einem sonst auf ewig verborgen geblieben wären. Großen Spaß machen beispielsweise Lost Places, also längst vergessene Orte und Ruinen, die einem schonmal einen Schauer über den Rücken jagen können.

Wir persönlich sind übrigens keine Gegner von Trails, also längeren Strecken mit hoher Cachedichte, einfach da man motivierter an ausgiebige Wanderungen geht. Aber da gehen die Meinungen auseinander.

Das Beste am Cachen? Die Kommunikation, die Gespräche, Zeit für Zweisamkeit, der Blick für Details in der Natur und Flucht aus dem reizüberfluteten Alltag. Durch Listings (Cachebeschreibungen) erfährt man außerdem immer mal wieder Wissenswertes und Interessantes aus sämtlichen Lebensbereichen, allem voran Geschichte und Kultur. Also auch für Angeber und Besserwisser bestens geeignet!

Durch das Cachen haben wir viele uns bekannte Orte von einer völlig neuen Seite kennengelernt, weil man dazu gezwungen ist, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und nicht achtlos an allem vorbei. Wir sind keine FTF-Jäger (= Erster zu sein, wenn ein neuer Cache veröffentlicht wird – für manche Cacher wohl  Ehrensache) und sehen das Hobby immer noch als Hobby und nicht als Lebensinhalt. An Caches, die in sechs Metern Höhe angebracht sind, gehen wir auch eher vorbei, wenn sie nicht bequem über eine Treppe zu erreichen sind 😀 . Aber trotzdem sind wir schon über fünf Jahre dabei und haben noch lange nicht genug.

Wir sind diesem Hobby im Grunde genommen dankbar dafür, dass wir unsere Hintern vor die Tür bekommen. Wenn man will, lässt sich jedes Wochenende zu einem Kurzurlaub machen, ohne weit fahren zu müssen oder viel Geld auszugeben.

Probiert es einfach aus!

 

Links:

Offizielle GC-Website

Freies Portal für Geocaching

Shop für Geocaching und Outdoof-Bedarf

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