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Reisen um des Reisens Willen?

 

„Der Mensch bereist die Welt auf der Suche nach dem, was ihm fehlt. Und er kehrt nach Hause zurück, um es zu finden.“

– George Moore

Zugegeben, mit einem Zitat von George Moore in einen neuen Blog zu starten, ist nicht gerade das innovativste Unterfangen. Doch gerade in letzter Zeit fällt mir immer mehr auf, wie sehr sich das Leben vieler Menschen um das Reisen dreht. Aber eben nicht aus Leidenschaft für ein Land oder eine Region. Sondern um des Reisens Willen.

Die Welt zu entdecken, zu erkunden und teilweise sogar zu verstehen, gehört für mich zu den wichtigsten Aufgaben im Leben eines Menschen. „Ich muss hier raus“ ist einer der Sätze, der mich in meinem Alltag stets begleitet. Das bedeutet aber nicht Reisen um jeden Preis.

Jeder Urlaubstag wird genutzt, um sich abzuhetzen, um möglichst viel in kurzer Zeit zu sehen, für viel Gesprächsstoff bei Kollegen und Freunden zu sorgen. Man fliegt in den hinterletzten Winkel der Erde, um dort seinen Fußabdruck zu hinterlassen und ja nichts zu verpassen.

Warum artet Reisen so oft in Stress aus? Ist es nicht der Sinn des Entdeckens der Welt, es aufmerksam, mit Blick für Feinheiten und in Ruhe zu tun?

 

Ich bekomme immer wieder den Eindruck, dass es den Menschen viel mehr auf das ankommt, was sie mit der Kamera festhalten oder sie nach ihrer Heimkehr berichten können, anstatt den Augenblick zu genießen. Aber wann konnte jemals ein Foto eines Sonnenuntergangs einem Daheimgebliebenen eine Gänsehaut bereiten? Natürlich möchte man vor allem für sich selbst möglichst viele Erinnerungen im Gepäck nach Hause bei sich haben – aber kann es nicht vielleicht sein, dass uns so manches Detail entgeht, weil die Kameralinse es uns vorenthält?

Für mich ist es inzwischen eine Passion geworden, meine unmittelbare Umgebung kennenzulernen. Wann seid ihr das letzte mal mit offenen Augen durch den Stadtwald gelaufen? Wissen wir nicht viel zu wenig über unsere Mitmenschen, über unseren Heimatort, über die Natur vor unserer Haustür?

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„Vor einigen Monaten lernten wir auf einer unserer Geocaching-Touren in einem winzigen Dorf in Sachsen-Anhalt eine ältere Dame kennen. Wir fielen ihr auf, als wir gerade etwas für einen Multicache zusammenzählten. Nachdem wir sie kurz aufklärten, was wir da taten, kamen wir ins Gespräch und erfuhren im Laufe des Gespräches nicht nur einiges Interessante zu der Kirchenruine vor der wir standen, sondern auch ihre bewegte Geschichte, die der Zweite Weltkrieg leider zu einem großen Teil schrieb. Ein schönes und rührendes Aufeinandertreffen.“

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Wenn ich den Menschen in meiner Umgebung berichte, dass für mich so mancher Sonntagsspaziergang wie ein kleiner Urlaub ist, werde ich oft ungläubig angeschaut. Dies war für mich der Auslöser, meine und unsere Erlebnisse mit Anderen zu teilen. Wir möchten euch gerne erzählen, warum es manchmal gar nicht so verkehrt ist, die Träumerei von Übersee über Bord zu werfen, von der Couch aufzustehen und eine kleine Reise zu unternehmen, für die man keinen Koffer packen muss.

Genießt den Frühling!

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